Von FDP-Zombies und einem Mangel an roten Gutkörperchen
Blutleere graumelierte Gestalten huschen über den Fernsehschirm. Frauen mit gummiähnlicher Haut und perückenhaften Mikrofaserfrisuren klatschen in die faltigen schwer beringten schmalen Hände. Roman Polanski hätte die Szenerie nicht besser darstellen können und doch ist es kein Vampirfilm sondern eine ZDF Frontal21 Dokumentation im Jahr 2009 zu Gast beim Tanz zeitgenössischer Vampire. Die Untoten die hier zu sehen sind saugen nicht das Blut von Menschen, aber sie kosten sie genau so viel Energie, Kraft und Lebensfreude als wenn sie es täten. Denn sie saugen am Fluß der Gesellschaft, saugen Geld und trocknen Innovationen aus und was sie gefährlich macht: Sie wollen mehr und haben kein Maß. Das Licht der Veränderung würde sie sofort töten, deshalb scheuen sie es. Lebendige Impulse würden ihre künstliche Blässe und ihr robotoerhaftes Wesen kontrastieren und man könnte sehen, dass die kleinen ferngesteuerten Maschinchen in ihrer Brust zwar dafür sorgen, dass sie nicht auf der Stelle umfallen, ihnen aber kein wirkliches Leben einhauchen können.
Getarnt als Insolvenzverwalter, Nobelschneider oder Edelpensionäre saugen sie riesige Mengen von Lebenskraft aus der Gesellschaft ab und um ihr heimtückisches Tun zu verbergen, fabulieren sie vom Wert der Arbeit (und meinen damit natürlich nur ihre eigene), Liberalismus, Eigenverantwortung. Ihr größtes Menetekel sind die Wesen mit roten Gutkörperchen, deren Herzen noch von alleine schlagen und manchmal sogar hüpfen, deren Blutbahnen nicht von Geld und Macht verstopft sind, die sie beschuldigen sich zu nehmen was ihnen nicht zustehe, denn damit kennen sie sich gut aus und sie suchen Schuldige dafür.
Gelb ist die Hautfarbe dieser Zombies, die Farbe des Neides und die der FDP in dieser Dokumentation.


