Internet-Portal "Lebendiges'89" von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen gestartet

Internet-Portal "Lebendiges'89" gestartet

Montag, 9. November 2009

"Das Vermächtnis der friedlichen Revolution gehört nicht ins Museum. Wir war‘n nicht das Volk – sondern wir sind das Volk.“
(Werner Schulz, Rede zum Festakt 20 Jahre Friedliche Revolution am 9.10.2009 in Leipzig)

Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November ist das Internet-Portal "Lebendiges 89" online gegangen. Die auf Initiative der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag entstandene neue Internetseite hat sich zum Ziel gesetzt, das Erbe der Friedlichen Revolution lebendig zu halten. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie sich die Ziel der Bürgerbewegung weiterentwickelt haben. Sind sie in Erfüllung gegangen? Waren sie von vornherein illusorisch? Wie blicken „Neunundachtziger“ mit Ihren Erfahrungen und Einsichten auf  das Hier und Heute? Was gefällt ihnen an den Debatten, was stört sie?

Viele Impulse, Themen und Anliegen der Revolutionäre von 1989 weisen über die Reform der DDR oder ihren Sturz hinaus. Im Portal „Lebendiges 89“ finden Sie Aspekte, von denen wir meinen, dass sie für die Entwicklung der Gesellschaft heute eine Bedeutung haben. Das Erbe von 89 bleibt lebendig, wenn wir mit kritischem Blick und kreativem Potenzial auf alte Probleme und neue Herausforderungen zu gehen.

Die Seite lebt dabei von Menschen, die die erstrittene Freiheit, sich einzumischen zu können, leben wollen. Jeder Besucher kann sich zu den Themen Demokratie, Gesellschaft, Gleichberechtigung und Umwelt äußern und seine Meinung einbringen. Was sollte sich heute ändern? Was wollen wir verteidigen oder stärken? Beteiligen auch Sie sich mit Kommentaren an den Diskussionen unter www.lebendiges89.de

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Posted 4 months ago

Zensursel taumelt, aber was ist mit der Vorratsdatenspeicherung?

Wer hätte gedacht, dass das Zugangserschwerungsgesetz - bekannt als Zensursula - wirklich im Zuge der Koalitionsverhandlungen gekippt werden würde. Ob es an der knapp 15%-Wahlergebnis-starken FDP oder am Druck der Öffentlichkeit gelegen hat, werden wir wahrscheinlich nie heraus bekommen. Letztlich war es sicher die Kombination aus beidem verstärkt durch den Wunsch des Herrn Schäuble Minister zu bleiben. Denn sicher wäre es der CDU beim Kungeln um die zu vergebenden Posten mit der FDP nicht leicht gefallen Herrn Schäuble wieder als Innenminister zu platzieren, wenn der sich bei diesem - von der FDP als so wichtig betonten - Thema all zu betonköpfig gegeben hätte.

Das nicht weniger wichtige - aber etwas aus dem Fokus der Öffentlichkeit geratene - Problem der Vorratsdatenspeicherung ist meiner Meinung nach durch die Begrenzung der Verwendung nur für "schwere Gefahrensituationen", nicht wirklich entschärft. Denn die Kommunikationsdaten aller Bürger, Organisationen und Firmen werden weiterhin erhoben und gespeichert und können folglich auch missbraucht werden. Dem der Missbrauch betreibt kann es im Grunde egal sein, ob das Gesetz eine legale Verwendung für weniger schwere, oder besonders schwere Verbrechen vor sieht.
Die Forderung  nach der Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung bleibt daher aktuell und kann mit der Verschiebung lediglich des Verwendungszwecks der Daten, nicht als erledigt betrachtet werden. Denn gläserne Bürger sind zerbrechlich!


tagesschau.de Meldung

http://www.tagesschau.de/inland/koalitionsverhandlungen150.html

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Posted 4 months ago

Über "Always on" als Lebensgefühl

In seinem Blog Beitrag zur Frage des wiwo Chefredakteurs Roland Tichy nach dem Lebensgefühl der Piraten außerhalb des Internet argumentiert Martin Weigert, dass diese Fragestellung den Denkfehler gleich mit liefere, denn für die Generation Piraten gebe es keinen Lebensbereich der nicht in irgend einer Weise vom Internet berührt würde. Ich finde das stimmt und ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen. Der Unterschied zwischen denen mit dem Lebensgefühl "Always on" und denen die sich als außerhalb des Internet lebend begreifen ist, dass bei ersteren die Reich- und Tragweite der technischen Revolution des Internet bereits im Bewusstsein angekommen ist.
Ob Payback-Punkte oder Fahrkarten aus dem Automaten, Anträge beim Arbeitsamt, oder KfZ-Zulassung, Bußgeldbescheide und Wohnsitzmeldung - alles wird über Firmen- und Behörden-Netzwerke abgewickelt die ihrerseits Unternetze des großen berühmten Internet sind.
Auch die Redakteure der konventionellen Medien erhalten ihre Informationen nicht mehr per Fernschreiber, sondern sie sind an die Netzwerke der großen Nachrichtenagenturen angeschlossen. Der Iran ist unter anderem deshalb so gut an das Internet angebunden, weil die Ölförderung und der internationale Handel über das Internet organisiert werden. Zu guter letzt sei noch erwähnt, dass natürlich immer mehr Telefonanbieter nicht nur DSL sondern - schon in naher Zukunft ausschließlich - auch die Gespräche kostengünstig und vielfach unbemerkt vom Kunden über das Internet leiten.
Auch wenn für viele der von mir aufgezählten Dienste kein Internetbrowser geöffnet werden muss um diese zu nutzen bedienen sie sich doch der Datenübertragung über das Internet. Alle Computerdaten die sich in Datenpakete packen und durch das weltweite Computernetz routen lassen, werden auch durch das Internet übertragen.
Daraus lässt sich ableiten welche tiefen Eingriffe in unser Leben durch Überwachung und Zensur des Internet möglich wären und darauf basiert das Lebensgefühl der Generation Piraten. Denn Webseiten, Soziale-Netzwerke und E-Mail stellen nur einen Bruchteil dessen dar wofür das Internet genutzt werden kann und wird.
Um die Frage des Herrn Tichy zu beantworten: Gar nicht, es sei denn es handelt sich um echte Piraten auf einer kleinen Insel jenseits unserer Gesellschaft irgendwo im Pazifik ohne elektrischen Strom.

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Posted 5 months ago